Christine Kubisch

Electrical Walk Marl

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ein audiowalk/audioguide/feature
von dichter+herrmann/artradio.de

Mit den electrical walks führt die Klangkünstlerin Christina Kubisch durch die Innenstädte – weltweit. Mit den von ihr für diese Gänge entwickelten Kopfhörern werden Klänge elektromagnetischer Provenienz erfahrbar, die ansonsten unhörbar sind: Klänge von Computern, elektronischen Sicherheitssystemen, digitaler Übertragungstechnik, Leuchtkörpern, Transformatoren usw. Ein akustischer Plan führt die Besucher so durch die im Alltag unhörbare Klangstruktur von Marl. Claudia Dichter hat sie begleitet, mit Chritina Kubisch gesprochen und hat ihren electrical walk hier zu einer Audioreportage verdichtet.

Electrical Walk Marl · nachgehört

Eine Stadt spielt sich selbst.

Unterhalb des hörbaren Alltags besitzt Marl ein zweites Klangbild. Christina Kubischs Spezialkopfhörer übertragen die magnetischen Anteile elektrischer Felder direkt in Klang: Die vertraute Stadt wird zugleich Instrument, Partitur und Forschungsraum.

01 · Das Prinzip

Kein Sounddesign.

Kupferspulen in den Kopfhörern reagieren auf elektromagnetische Felder und machen deren Frequenzen hörbar – „eins zu eins“, wie Kubisch im Feature erklärt. Was klingt, ist nicht nachträglich komponiert: Es ist die technische Infrastruktur selbst.

02 · Marl 2010

Wellenfang im Revier.

Der Marler Walk entstand für Wellenfang / Mapping the Region im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Die Routen verbanden Natur, Industrie, Verkehr und Einkaufszentren in Marl und weiteren Städten des nördlichen Ruhrgebiets.

03 · Hören als Kartieren

Global – und ganz lokal.

Security Gates oder bestimmte Geldautomaten klingen weltweit verwandt. Andere Felder sind ortsspezifisch. Der Walk legt beides übereinander: die globalisierte Technik und das akustische Porträt einer konkreten Stadt.

Im Feature

Vier Hörstationen

Die Schwelle klingt

Am Eingang des Marler Sterns werden die Sicherungsanlagen zu einem durchdringenden Puls: „Es brummt, es knarzt, es pulsiert.“

Der Geldautomat als Instrument

Jedes Fabrikat hat einen eigenen Klang. Manche Nixdorf-Geräte erinnern Kubisch an Wasserfälle oder alte Synthesizer.

Ein Elektrizitätsbad

An der Trafostation hinter dem Einkaufszentrum wird das elektromagnetische Feld so intensiv, dass es beinahe körperlich erscheint.

Der Weg als Komposition

Kubisch baut eine Route wie ein Musikstück: langsamer Beginn, Entwicklung, Crescendo, Decrescendo – vielleicht eine Coda.

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