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Electrical Walk Marl · nachgehört
Unterhalb des hörbaren Alltags besitzt Marl ein zweites Klangbild. Christina Kubischs Spezialkopfhörer übertragen die magnetischen Anteile elektrischer Felder direkt in Klang: Die vertraute Stadt wird zugleich Instrument, Partitur und Forschungsraum.
01 · Das Prinzip
Kupferspulen in den Kopfhörern reagieren auf elektromagnetische Felder und machen deren Frequenzen hörbar – „eins zu eins“, wie Kubisch im Feature erklärt. Was klingt, ist nicht nachträglich komponiert: Es ist die technische Infrastruktur selbst.
02 · Marl 2010
Der Marler Walk entstand für Wellenfang / Mapping the Region im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Die Routen verbanden Natur, Industrie, Verkehr und Einkaufszentren in Marl und weiteren Städten des nördlichen Ruhrgebiets.
03 · Hören als Kartieren
Security Gates oder bestimmte Geldautomaten klingen weltweit verwandt. Andere Felder sind ortsspezifisch. Der Walk legt beides übereinander: die globalisierte Technik und das akustische Porträt einer konkreten Stadt.
Im Feature
Am Eingang des Marler Sterns werden die Sicherungsanlagen zu einem durchdringenden Puls: „Es brummt, es knarzt, es pulsiert.“
Jedes Fabrikat hat einen eigenen Klang. Manche Nixdorf-Geräte erinnern Kubisch an Wasserfälle oder alte Synthesizer.
An der Trafostation hinter dem Einkaufszentrum wird das elektromagnetische Feld so intensiv, dass es beinahe körperlich erscheint.
Kubisch baut eine Route wie ein Musikstück: langsamer Beginn, Entwicklung, Crescendo, Decrescendo – vielleicht eine Coda.