Pia Janssen / Space Invader

1. Igadim „Geschenk an die Erde“ 2004

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Das Erdreich ist weit und schön, überall sind prächtige Orte.

  • Es wurden Spuren in die Erde eingespeist, der physische Beweis einer früheren Leidenschaft.
  • Man weiß nicht genau was, aber sie sind da.
  • Was hat man da mal verstanden?
  • Es ist nicht einfach, die Dimension anderer Grübeleien zu erfassen, wenn sie eingegraben sind, aber man könnte Folgendes versuchen:
    Die, die einer Person schon mal das Herz gebrochen haben, bilden eine Gruppe. Und die, die für die Liebe sterben würden, die andere.
    Und jetzt jeweils kurz ein paar Worte:
  • Also, ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich am Tag meiner Entscheidung gegen meine Liebe alles vergraben habe, was mit ihr zu tun hatte, Fotos, Briefe, Geschenke, sogar einen Ring, der sehr wertvoll war, in der Hoffnung, dass, wenn ich mich noch einmal anders entscheiden würde, sie wieder ausgraben könnte und mir nichts verloren wäre. Die Dinge liegen immer noch da.
  • Ich dachte, wenn ich bereit wäre, für jemanden zu sterben, und ich dann im Grab läge, und man würde mich dort besuchen, das wäre der radikalste Ausdruck der Selbstlosigkeit: gegenstandslos werden und unsichtbar. Auf diese Weise wäre ich zur Ewigkeit verdammt. Aber wer geht heute noch auf einen Friedhof?
  • Und hat das jetzt irgendwas mit der vergrabenen Kunst hier zu tun?
  • Vielleicht die Angst, etwas geht verloren für immer und damit eine ganze Welt.
  • Und dann hat man die Stelle des Grabes mit einer neuen Skulptur überbaut.
  • Was wäre, würde man auch diese Skulptur vergraben, und wie sähe wohl die nächste Skulptur aus, die man auch wieder vergraben würde und dann noch eine und noch eine, um dann, irgendwann, Fundstücke einer Ausgrabung zu sein und viel später ein prähistorischer Abdruck.
Werktext

space-invader / hidden-sculptures

Autor: mythendermoderne (Pia Janssen) Würde eines Nachts, alle Skulpturen entfernt, wer könnte am nächsten Morgen sagen wo welche gestanden hat? Entlang des City-Sees, auf dem Creilerplatz und vor dem Rathaus Marl erzählen zehn Hörstücke vom eigenen und fremden Blick auf die Skulpturen in der Stadt. Geschichten entstehen und verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander und werden so dem Narrativ der Skulptur habhaft. Der akustische Parcour entlang der Skulpturen vermittelt zwischen dem Unsichtbaren und dem Sichtbaren. Der Hörer wird Teil der Geheimnisse der Kunstwerke. Im Herbst 2015 verschwanden zehn Skulpturen im Aussenraum des Skulpturenmuseums Marl unter silbernen, hölzernen Umhausungen der Künstlerin Pia Janssen. Während der Zeit der umhüllten Skulpturen interviewte sie, gemeinsam der Schrifstellerin Bettina Erasmy zufällig vorbei gehende Passanten zu der Kunst am im Aussenraum des Museums. Dieses Tonmaterial und Fakten über die Bildhauer und ihre Zeit waren die Grundlage für die Kurzgeschichten die Bettina Erasmy für jede Skulptur schrieb. In der Regie von Pia Janssen entstanden 10 Hörstücke mit der Musik von Block Barley und 10 Sprecher*innen, die sich zu einem Hörparcour verdichten.

Projektbeschreibung
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