Paul Suter

Paul Suter

1926 – 2009

El Greco, 1993/94

Eisen 325 x 90 x 80 cm

Selbstbewusst porträtiert das Bildwerk weniger den Meister des spanischen Manierismus als vielmehr dessen künstlerische Leistung und Wirkung. Es ist Ausdruck der energetischen Verklärung, einer innovativen Gebärde spiritueller Phänomene, wie sie der griechische Maler, Bildhauer und Architekt für die religiöse Kunst des 16. Jahrhunderts entwickelte. Als expressives Ausnahmetalent wurde El Greco zunächst von Künstlern der Avantgarde um 1900 neu rezipiert, um in der Folge auch wieder die Aufmerksamkeit der Kunstwissenschaft zu erhalten. Suter erprobt mit seiner Arbeit rund neunzig Jahre später in ihrer Vielteiligkeit der Formen das Ganze einer dynamischen Bewegung, die die geistige Emotion zur Darstellung bringt. Was El Greco in der Malerei für seine Zeit offenbarte, überträgt der Schweizer Bildhauer in die Dreidimensionalität. Zwar schon seit den Futuristen nicht mehr unbedingt eine Neuerung, so empfängt das scheinbar Kinetische im Werk Suters eine spirituelle Qualität, die sich zum reinen Energie- und Bewegungsexperiment wie -verständnis addiert. Der harte Schneid der tänzerischen, konstruktivistischen Figuration enthält somit bereits die weiche Kontur bewußter Verklärung. (ish)

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