Igael Tumarkin

Igael Tumarkin

*1933

Große Marler Säule, 1981

Eisen, Erde (Kunstharz-gefestigt), 710 x 39 x 16 cm; Plinthe 75 x 75 cm

Die Große Marler Säule ist ein selbstbewusster Fingerzeig gen Himmel, ein souveränes Raumzeichen, das gar nicht erst den Versuch unternimmt, sich trivial-ästhetischen Klischees gefälliger Großplastik im öffentlichen Raum zu unterwerfen – keine Hochglanz-Attitüde oder illustrierte Heimatkunde in Bronze, sondern rostiger Stahl, schroffe Kanten und zementierte Erde.
1935, im Alter von zwei Jahren, emigrierte Igael Tumarkin mit seiner Mutter von Dresden nach Israel, wo er in jungen Jahren seinen Militärdienst bei der israelischen Marine absolvierte. Direkt nach seinem Militärdienst begann er 1954 in dem Künstler-Kibbuz Ein Hod mit dem Kunststudium. Einem jungen Mann, so der Künstler, boten sich zu jener Zeit perspektivisch wenig Alternativen für die Zukunft: entweder das Militär oder die kollektive Landwirtschaft. In diesem Spannungsfeld spiegeln die Skulpturen Tumarkins die Gegensätze seines Landes, die er als junger Mann erfahren hat, wider: die Widersprüchlichkeiten und Dualitäten von Tradition und Moderne, Folklore gegenüber Neuem und dem technischen Fortschritt, dem Festhalten und Aufbruch. Sein künstlerisches Vokabular bedient und formuliert hiermit aber auch gleichzeitig ureigene formale bildhauerische Fragestellungen von Leichtigkeit und Schwere, Härte und Weichheit, Bewegung und Starre, Ordnung und Unordnung…

(Weitere Werke des Künstlers finden sich auf der Wiese hinter dem Marler Rathaus sowie auf der Rathaustreppe.)

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