Max Bill

Max Bill

1908-1994

Säule mit 3-6-eckigen Querschnitten, 1966

Schwarzer, schwedischer Granit; H. 275cm, ø 25 cm

Aus dem breiten, runden Granitsockel, ragt, zunächst mit rundem Querschnitt, die eigentliche Säule empor. Insgesamt ist die Säule in
5 Segmente aufgegliedert, die jeweils 50 cm hoch sind; die Sockelhöhe und der Säulenquerschnitt betragen jeweils die Hälfte eines
solchen Segments, also 25 cm. Schon hier zeigt sich der strenge konstruktive Aufbau der Säule. Das untere runde Segment wirkt
gegenüber dem folgenden wie abgeschnitten. Auf dem Absatz folgen drei in sich gedrehte Flächen, die durch einen künstlichen
Absatz betont, in das ähnlich gedrehte, vierflächige folgende Segment, dieses in ein fünf- und weiter in ein sechsflächiges ebensolches
übergeht. Diese kleinflächiger und vieleckiger werdende, immer ‚runder‘ wirkende aufstrebende Segmentfolge wird gekrönt
durch einen wiederum kreisrunden abschließenden Abschnitt: Er erwächst organisch aus dem sechsflächigen Teil. Sowohl optisch
als auch konstruktiv handelt es sich bei dieser auf Hochglanz polierten Granitsäule um ein Werk äußerster geometrisch-gedanklicher
Konsequenz. Die gedrehte Segmentfolge lässt ein optisches Wachsen entstehen, das der Säule in ihrer Ruhe eine verhaltene
Aufwärtsbewegung vermittelt. Schon früh gehören die Säulenplastiken zum Repertoire Billscher Skulptur: so hat er 1947 in der
„Bildsäule“ diese Thematik zum ersten Mal aufgegriffen. Max Bill bezeichnet seine „konkreten“ Arbeiten als eine „logische Methode“,
d.h., „jeder Teil des kreativen Vorganges entspricht Schritt für Schritt logischen Operationen […]“. So verquickt er das schöpferische
Element der menschlichen Phantasie mit der strengen Bindung an das logisch Nachvollziehbare.

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