Katsuhito Nishikawa

Katsuhito Nishikawa

geb. 1949

Minerva, 1991

Bronze 480 x 40 x 40 cm

Gibt es die ideale Form? Was wäre der Stoff ihres idealen Seins? Die Suggestion dieser Idealität im Gleichtakt von Form und Materialität ist ein maßgeblicher Aspekt der Arbeiten Nishikawas. Wie der Künstler im Spiel zwischen Architektur, Design und Skulptur Körper- wie Materialvariationen zu beschreiben und vereinen sucht, ist als eine Erklärung und ein Austesten ihrer Stufen möglicher Vervollkommnung zu verstehen. Das Organische der Gebilde, ihre Bescheidenheit als Urformen erweist sich dementsprechend als folgerichtige Entscheidung. Die Formen ihrerseits verselbständigen sich in ihrem Existenzanspruch als Idee. In der Arbeit „Minerva“ kommt noch die Umformulierung des Kanonischen antiker Bildhauerei hinzu. Still und so gar nicht kriegerisch, jedoch trotzdem imposant begegnet sie dem Betrachter, der lediglich die Silhouette einer menschlichen Gestalt erkennen mag, abstrahiert in einem überlebensgroßen Vorschlag ihrer idealen Formulierung und Qualität. Der Titel wird zum Alibi einer der Gegenwart adäquaten, kanonfremden Ideenwelt von Entwürfen. So muss die Schutzgöttin der Kunst selbst als obsoleter paganer Götze menschlicher Projektion und Form anonym zurücktreten. (ish)

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