Mariann Grunder

Mariann Grunder

*1926

Steele, 1969/70

Betonguss 380 x 75 x 60 cm

Die Schweizer Künstlerin Mariann Grunder hat zwischen 1969 und 1970 gleich zwei Skulpturen für eine große Freiluftausstellung in Marl realisiert, die sich heute auf dem Hauptfriedhof Marls befinden. Es handelt sich in beiden Fällen um Betongüsse. Die Skulptur Stele besteht aus fünf einzelnen Betonformen, die zu einer knapp vier Meter hohen Stele aufgetürmt sind. Diese einzelnen Betonklötze sind durch tiefe Aushöhlungen und Einkerbungen, die sich über die Formen hinweg ziehen, optisch miteinander verbunden, sodass sie trotz ihrer Teilbarkeit zu einem großen Ganzen werden. Trotz der Schwere und Wuchtigkeit des Materials, bekommt die Skulptur eine gewisse Leichtigkeit und Dynamik. Die Auskerbungen wirken beinahe fließend. Durch die enorme Höhe im Gegensatz zu einer Bemaßung von nur 60 x 70 cm in Breite und Tiefe, verliert die Materialität an Schwere. Anders ist es bei der Skulptur Gruppe. Hier hat die Künstlerin vier der Betonformen zu einem Kubus zusammengestellt, dabei stehen zwei auf dem Boden nebeneinander und tragen die anderen beiden. Das Verhältnis von Höhe zu Breite und Tiefe ist hier also wesentlich ausgeglichener. Auch die Einkerbungen haben hier eine andere Wirkung: Sie schließen ihre Umgebung ein. So kommt es, dass das Material hier zusätzlich an Gewicht gewinnt. Die Künstlerin nutzt hier ähnliche künstlerische Prinzipien und erzielt damit ganz unterschiedliche Ergebnisse. Damit lässt sich auch ein Bezug zum Ort herstellen: So kann der Tod eine Form von Befreiung und Loslösung sein, jedoch eine erdrückende Schwere und Last hervorrufen.

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